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Webhook statt API für die Anbindung externer Systeme

Webhooks in Odoo ermöglichen eine direkte Anbindung externer Systeme ohne komplexe API-Entwicklung. Ideal für schnelle, schlanke Integrationen.
23. Februar 2026 durch
Webhook statt API für die Anbindung externer Systeme
rivecon GmbH, Nadja David

Odoo bietet mit der API eine vollständige Schnittstelle nach außen. Darüber lässt sich nahezu jede Funktion ansprechen. Externe Systeme können Datensätze lesen, schreiben, verändern, komplexe Prozesse anstoßen und Antworten auswerten. Das ist mächtig, aber auch aufwendig. API-Projekte bedeuten in der Regel mehr Entwicklung, mehr Tests und mehr Debugging.

Ein Webhook verfolgt einen anderen Ansatz. Hier werden Daten per HTTP-Request an eine definierte URL gesendet. Das empfangende System reagiert darauf und liefert eine einfache Rückmeldung wie OK oder Fehler. Der Fokus liegt auf dem Push-Prinzip: Daten werden gezielt übertragen und direkt verarbeitet.

Gerade bei schlanken Integrationen ist das oft die deutlich schnellere Lösung.


Warum Webhooks heute so verbreitet sind

Viele moderne SaaS-Anwendungen setzen auf Webhooks. Tools wie Make, Zapier oder n8n arbeiten intensiv damit, weil sie einen einfachen Datenaustausch ermöglichen.

Ein typisches Beispiel: Versandtracking. Statt eine komplexe API-Integration aufzubauen, wird eine URL mit einer Trackingnummer aufgerufen. Als Antwort kommt der aktuelle Status zurück. Dieser lässt sich direkt weiterverarbeiten.

Der technische Aufwand bleibt überschaubar. Weniger Code bedeutet weniger Fehlerquellen und schnellere Umsetzung.

Webhooks in Odoo einrichten

Webhooks lassen sich in Odoo über Automatisierungen konfigurieren. In einem Modell, etwa im CRM, kann als Auslöser „Bei Webhook“ gewählt werden. Odoo generiert automatisch eine URL inklusive Secret-Key.

Diese URL ist der Einstiegspunkt für externe Systeme. Wird sie aufgerufen, startet die definierte Automatisierungsregel.

Wichtig ist: Ohne hinterlegte Aktion passiert noch nichts. Erst mit einer konkreten Aktion wird festgelegt, was mit den empfangenen Daten geschieht.

Praxisbeispiel: Lead automatisch per Webhook anlegen

Ein häufiger Anwendungsfall ist die Übergabe von Leads aus einer externen Anwendung ins CRM.

Dafür wird:

  1. Eine Automatisierung im Modell CRM-Lead erstellt

  2. Der Auslöser „Bei Webhook“ gewählt

  3. Eine Aktion „Code ausführen“ hinterlegt

Im Beispiel werden folgende Daten per JSON übertragen:

  • Leadname

  • Firmenname

  • Straße

  • Postleitzahl

  • Stadt

  • Ländercode

  • E-Mail

  • Telefonnummer

  • Beschreibung

  • Stichwörter

Im Code werden einfache Prüfungen durchgeführt. Pflichtfelder werden kontrolliert, der Ländercode in ein Land umgewandelt und Tags gegebenenfalls neu angelegt. Anschließend wird automatisch ein vollständiger Lead-Datensatz erstellt.

Nach dem Absenden des Requests erhält das externe System eine Statusmeldung. In Odoo erscheint der neue Lead inklusive aller übermittelten Informationen.

Das Ganze funktioniert ohne Zusatzmodul und ohne externe Automatisierungsplattform.

Sicherheit und Struktur

Die Webhook-URL enthält einen Secret-Key. Damit wird verhindert, dass beliebige Systeme Daten einspeisen können.

Selbst wenn jemand die URL kennen würde, würden ohne passende Daten keine sinnvollen Datensätze entstehen. Odoo verarbeitet nur das, was technisch und logisch hinterlegt ist.

Zusätzlich können Protokolle aktiviert werden, um eingehende Requests nachzuvollziehen.

Webhooks funktionieren in beide Richtungen

Nicht nur externe Systeme können Daten an Odoo senden. Odoo kann auch selbst Webhooks verschicken.

Über eine Automatisierung lässt sich definieren:

  • Wenn sich ein Feld ändert

  • Wenn ein Status wechselt

  • Wenn ein Datum erreicht wird

  • Wenn ein Datensatz erstellt wird

Dann wird automatisch eine externe URL aufgerufen.

Ein mögliches Szenario:

Nach Erstellung eines Lieferscheins wird regelmäßig der Versandstatus über eine Trackingnummer abgefragt. Das Ergebnis wird anschließend wieder im System gespeichert.

So entsteht eine bidirektionale Kommunikation, ohne komplexe Middleware.

Wann Webhooks die bessere Wahl sind

Webhooks sind ideal, wenn:

  • Ein externer Trigger einen Datensatz anlegen oder aktualisieren soll

  • Statusinformationen regelmäßig ausgetauscht werden

  • Nur bestimmte Felder übertragen werden müssen

  • Eine schnelle Umsetzung gefragt ist

Für komplexe bidirektionale Prozesse mit vielen Abhängigkeiten kann eine API sinnvoller sein. Für viele typische Integrationsfälle reichen Webhooks jedoch vollkommen aus.

Besonders praktisch: Diese Funktion steht auch in Odoo Online zur Verfügung.

Im Video Schritt für Schritt erklärt

Damit du dir das Ganze auch live ansehen kannst, haben wir den Prozess in einem Video festgehalten. Darin zeigen wir dir unteranderem, wie ein Webhook in Odoo eingerichtet wird, wie ein Lead angelegt wird und wie die Kommunikation in beide Richtungen funktioniert.



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