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Warenverteilung im Lager durch Einlagerungsregeln automatisieren

Ein strukturiertes Lager benötigt feste Plätze für Gefahrgut, schwere Paletten oder spezifische Kleinteile. Mit automatischen Einlagerungsregeln landet jeder Artikel beim Wareneingang zielsicher und fehlerfrei am korrekten Ort.
24. August 2026 durch
Warenverteilung im Lager durch Einlagerungsregeln automatisieren
rivecon GmbH, Nadja David

Wenn du nur ein sehr kleines Lager betreibst, reicht im Regelfall ein einstufiger Wareneingang völlig aus. Die Ware kommt an, landet im einzigen verfügbaren Regal und der Vorgang ist abgeschlossen. 

Sobald du jedoch ein echtes, strukturiertes Lager aufbaust, musst du gezielt steuern, wo Produkte platziert werden. Zusammengehörige Artikel gehören an denselben Ort, schwere Güter auf passende Stellplätze, Gefahrstoffe in spezielle Sicherheitsbereiche und Kleinteile wie Schrauben in entsprechende Kästen. Um diesen Prozess beim Wareneingang vollautomatisch und fehlerfrei abzubilden, bietet Odoo die Einlagerungsregeln. 


Einlagerungsregeln direkt beim Produkt anlegen

Es gibt zwei Wege, um Einlagerungsregeln zu erstellen. Der direkteste Weg führt über den Produktstamm. Öffne einfach ein Produkt und klicke auf den Smart Button für die Einlagerungsregeln.

Die Logik dahinter ist simpel: Du sagst dem System, wo ein Produkt hingehen soll, wenn es an einem bestimmten Ort ankommt. Ein klassisches Beispiel ist der virtuelle Hauptlagerort (Bestand). Wenn die neue Ware logisch im "Bestand" ankommt, greift die Regel und leitet das Produkt direkt an seinen echten, physischen Platz weiter, beispielsweise in das "Regal 1".

Sobald diese Regel aktiv ist, erscheint der korrekte Ziellagerplatz automatisch auf dem Einlagerungsdokument oder direkt auf dem Display des Barcode-Scanners deines Lagermitarbeiters.

Odoo blockiert hierbei jedoch keine abweichenden Entscheidungen. Wenn ein Mitarbeiter vor dem Regal 1 steht und feststellt, dass der Platz voll ist, kann er beim Scannen oder Einbuchen manuell das Regal 2 auswählen. Das System lässt diese Flexibilität bewusst zu, da in der Praxis oft mehrere Orte für eine Einlagerung geeignet sind. Zusätzlich kannst du in der Regel festlegen, in welchen Unterlagerort die Ware gehen soll, wie etwa in den zuletzt verwendeten Platz oder an den Standort, der am nächsten liegt.

Regeln für ganze Produktkategorien und Prioritäten

Wenn du sehr viele verschiedene Artikel im Sortiment hast, wäre es extrem mühsam, für jedes einzelne Produkt eine eigene Regel anzulegen. Odoo bietet dafür eine effizientere Lösung über die Konfiguration der Lager-App.

Unter Konfiguration > Einlagerungsregeln findest du nicht nur alle bisher erstellten Regeln, sondern kannst diese auch auf ganze Produktkategorien anwenden. Hast du beispielsweise eine Kategorie für "Farben und Lacke" definiert, reicht eine einzige Regel aus, um alle Artikel dieser Kategorie automatisch in das Farben-Regal zu leiten.

Zusätzlich kannst du in dieser Übersicht Prioritäten setzen. Treffen zufällig mehrere Regeln auf ein und dasselbe Produkt zu, bestimmt die Reihenfolge in dieser Liste, welcher Trigger zuerst ausgelöst wird.

Lagerkategorien für Gefahrstoffe, Gewichte und Kapazitäten

Ein weiteres mächtiges Werkzeug in Odoo sind die Lagerkategorien, die du ebenfalls in der Konfiguration findest.

Hier kannst du spezifische Kategorien wie zum Beispiel "Gefahrstoffe" anlegen und genaue Kapazitäten definieren. Du hinterlegst, dass ein Platz mit dieser Kategorie maximal 200 Stück einer bestimmten Komponente aufnehmen darf. Außerdem stellst du ein, ob an diesem Ort gemischte Produkte erlaubt sind oder ob dort strikt nur gleiche Artikel gelagert werden dürfen. 

Letzteres ist besonders effektiv, wenn du Kisten mit identischen Abmessungen hast. Alternativ richtest du Kategorien basierend auf dem Gewicht oder der Produktgröße (für große Paletten oder kleine Schraubenkästen) ein.

Hast du eine solche Lagerkategorie definiert, weist du diese einfach einem konkreten Lagerort zu (zum Beispiel dem Regal 2, Ebene 1). Erstellst du nun eine Einlagerungsregel für Gefahrstoffe, weiß das System automatisch, dass die Ware zwingend in diesen speziell deklarierten Gefahrstoff-Lagerort gebucht werden muss.

Wichtige Einschränkung bei der Lagerhierarchie

Bei der Einrichtung gibt es eine wichtige technische Besonderheit zu beachten: Einlagerungsregeln funktionieren immer nur in eine Richtung durch die Hierarchieebenen (Top-Down).

Du kannst eine Regel definieren, die ein Produkt von der obersten Ebene (Warehouse) eine Stufe tiefer in den Bestand schiebt. Kommt ein Produkt im Bestand an, kannst du es in die Unterlagerorte (Regal 1) weiterleiten. Du kannst aber nicht quer zwischen Ebenen umherspringen. Befindet sich ein Produkt laut System bereits logisch in Regal 1, kannst du es per Regel nur noch tiefer in die Ebene 1 dieses Regals leiten. Ein Sprung von Regal 1 rüber in das Regal 2 ist über diese Auswahl nicht möglich.

Im Video Schritt für Schritt erklärt

Damit du dir das ganze auch live im System ansehen kannst, haben wir ein Video zu dem Thema gedreht. In diesem wird dir Schritt für Schritt erklärt, wie du Einlagerungsregeln über das Produkt oder die Lagerkonfiguration erstellst, ganze Produktkategorien ansteuerst und Lagerkategorien für spezifische Kapazitäten oder Gefahrstoffe einrichtest. Zudem zeigen wir dir die Einschränkungen bei den Hierarchieebenen der Lagerorte im Detail.



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