Die Idee für diesen Workflow stammt direkt aus der Praxis von einem Kunden, der gezielt unterbinden wollte, dass im Verkauf bestimmte Artikel rabattiert werden können. Es gibt für dieses Szenario zwar verschiedene Lösungswege oder Add-ins, doch die Umsetzung über integrierte Stichwörter und eine gezielte Automatisierung ist besonders einfach und lässt sich auch direkt in der Cloud-Version nutzen.
Produkte mit Stichwörtern kennzeichnen
Der erste Schritt besteht darin, die betroffenen Artikel im System zu markieren. Dazu wird direkt im Produktstamm ein spezifisches Stichwort vergeben. Für diesen Workflow wird die Bezeichnung „kein Rabatt“ genutzt.
Dieses Stichwort dient dem System als Erkennungsmerkmal und kann flexibel bei beliebig vielen Artikeln hinterlegt werden, die für Preisnachlässe gesperrt werden sollen.
Wechsel in das richtige Datenmodell
Um die Rabattsperre einzurichten, wird in den Entwicklermodus gewechselt. Die Automatisierung darf nicht auf den übergeordneten Verkaufsauftrag angewendet werden, da der Rabatt technisch auf der einzelnen Position liegt.
Das benötigte Modell ist die Verkaufsauftragszeile, welche die Unteransicht für die einzelnen Orderlines bildet. Sichtbar wird diese Struktur, wenn man in der Formularansicht des Verkaufsauftrags die Zeilen detailliert als Formular öffnet.
Konfiguration der Automatisierungsregel
In den Automatisierungsregeln wird eine neue Regel für das Modell der Verkaufsauftragszeile erstellt. Als Auslöser (Trigger) wird die Erstellung und Bearbeitung definiert. Dadurch greift die Sperre sowohl beim ersten Hinzufügen des Artikels als auch bei nachträglichen Änderungen am Preis oder der Menge.
Die Regel wird über zwei Bedingungen genau eingegrenzt:
Das Feld Rabatt ist nicht gleich null.
Das Produkt in der Zeile besitzt das spezifische Produkt-Stichwort „kein Rabatt“.
Als Aktion wird die Option Datensatz aktualisieren gewählt. Das System wird so angewiesen, die Verkaufsauftragszeile zu aktualisieren und das Feld Rabatt automatisch wieder auf den Wert null zurückzusetzen.
Funktionsweise im Verkaufsalltag
Wird nun ein neues Angebot erstellt und ein normaler Artikel hinzugefügt, können Rabatte wie gewohnt manuell eingetragen werden. Fügt die Kassenkraft oder der Vertrieb jedoch einen geschützten Artikel hinzu, greift die Automatisierungsregel. Selbst wenn dieser Artikel laut hinterlegter Preisliste standardmäßig 50% Rabatt erhalten müsste, setzt das System den Wert im Moment des Speicherns sofort wieder auf null zurück. Auch nachträgliche manuelle Versuche, den Discount zu ändern, werden beim Speichern blockiert und überschrieben. Die Sperre wirkt dabei absolut isoliert nur auf die Zeilen, bei denen das Produkt das entsprechende Stichwort trägt.
Wichtige Einschränkung auf Zeilenebene: Diese unkomplizierte Methode fungiert als schnelles Sicherheitsnetz direkt in den Positionszeilen. Wenn im Verkaufsauftrag ein Gesamtrabatt auf den gesamten Belegwert vergeben wird, greift diese einfache Logik noch nicht, da hierbei der Gesamtwert rabattiert wird. Um auch das auszuschließen, wäre eine tiefere Logik notwendig. Für die gezielte Sperre auf Zeilenebene reicht dieser schnelle Weg jedoch vollkommen aus.
Im Video Schritt für Schritt erklärt
Damit du dir das Ganze direkt im System ansehen und bei dir nachbauen kannst, haben wir den genauen Weg im Video festgehalten. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du das Stichwort vergibst, in das richtige Untermodell wechselst und die Parameter für die automatische Aktualisierung fehlerfrei einträgst.