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Was ist neu in Odoo 20? Die Highlights für Verkauf, Buchhaltung und Webseite

Der letzte Teil unserer Roadmap-Tour für Odoo 20 ist da! Mit editierbaren Variantenpreisen, nativer Fuzzy-Suche im Onlineshop und flexiblen CRM-Pipelines liefert das System im kommenden Release eine gewaltige Menge an echten Alltagserleichterungen.
29. Juni 2026 durch
Was ist neu in Odoo 20? Die Highlights für Verkauf, Buchhaltung und Webseite
rivecon GmbH, Nadja David

Im vierten und letzten Teil unserer Serie schauen wir uns die verbleibenden Meilensteine an, die von cleveren Vertriebs-Features über eine runderneuerte Buchhaltungsübersicht bis hin zu massiven technischen Plattform-Änderungen reichen.


Erleichterung im Vertrieb und Produktmanagement

Ein absolutes Highlight, auf das viele Unternehmen seit Jahren warten, betrifft die Pflege von Produktvarianten. Bisher war es im Standard extrem umständlich, Preise für Varianten festzulegen. Man konnte lediglich bestimmen, um wie viel eine Variante teurer oder günstiger als das Hauptprodukt ist – eine mühsame Rechnerei. Künftig lässt sich der Variantenpreis direkt und absolut flexibel als fester Wert editieren. Damit wird ein kostenloses Drittanbieter-Add-in (OCA) im Standard komplett überflüssig.

Zusätzlich wird das Varianten- und Bildermanagement vereinfacht und die Zuordnung von Attributen intuitiver gestaltet. Weitere Neuerungen im Verkauf umfassen:

  • Sektionen als Template speichern: Im Angebotsbau lassen sich nun Überschriften inklusive der zugeordneten Artikel als Vorlage speichern. Bisher überschrieben Vorlagen das gesamte Dokument und löschten bereits hinzugefügte Artikel. Jetzt lassen sich Sektionen flexibel kombinieren.

  • Fulfillment ohne Lagerbestand: Ein Versand- oder Bereitstellungsprozess kann künftig schon vorbereitet und gestartet werden, selbst wenn der physische Bestand noch bei null liegt. Sobald die Ware eintrifft, läuft das Fulfillment automatisch an.

  • Erweiterte Preisregeln: Die mit Version 19 eingeführten Preisregeln werden nun auch auf Verpackungseinheiten ausgeweitet. Zudem gibt es Updates für Promotion-Codes und das integrierte Kundentreue-Punktesystem.

Im Vermietungsmodul (Rental) zieht ein schickes neues Dashboard ein. Saisonalitäten – wie teurere Raten im Sommer oder zu Silvester – lassen sich über die vereinheitlichten Preislisten unkompliziert abbilden.

Einsteigerfreundliche Buchhaltung und flexible Belege

Das Onboarding in der Buchhaltung wird deutlich visueller. Nach der Einrichtung des lokalen Kontenrahmens (wie dem SKR03 in Deutschland) generiert das System eine strukturierte Übersicht. Diese zeigt direkt an, welche Steuer-IDs hinterlegt sind und welche Konten für welche Geschäftsvorgänge aktiv geschaltet sind. Das Praktische daran: Kleine Tooltips erklären die Konten verständlich für Anfänger. Wer beispielsweise nachschlägt, wo Taxibelege oder Uber-Fahrten gebucht werden, bekommt das passende Konto direkt mit einer kurzen Erklärung präsentiert.

Darüber hinaus lässt sich auf Rechnungen künftig direkt einstellen, ob die Produktzeilen für den jeweiligen Kunden in Netto oder Brutto (inklusive oder exklusive Umsatzsteuer) ausgewiesen werden. Dies erleichtert Mischbetrieben mit viel B2C-Geschäft und gelegentlichen B2B-Händlern die visuelle Rechnungsgestaltung ungemein. Auch das Kontaktmanagement wird erweitert: Unter einem einzigen Kontakt können nun mehrere offizielle Identifikationsnummern wie die Umsatzsteuer-ID, die Handelsregisternummer, die LEI oder die Wirtschafts-ID strukturiert hinterlegt werden. Bei der Kontenabstimmung fällt zudem eine alte Restriktion, sodass künftig alle Kontotypen flexibel miteinander abgestimmt werden können.

Starke Webseiten-Updates

In der Praxis hört man erstaunlich oft das Vorurteil, dass die integrierten Webseiten- und Shop-Systeme im Bereich SEO (Suchmaschinenoptimierung) Schwächen hätten. Das stimmt überhaupt nicht. Odoo bringt seit jeher exzellente Werkzeuge mit und legt mit dem neuen Release noch einmal nach. Mikrodaten wurden verfeinert, automatische Sitemaps optimiert und zusätzliche Attribute für Verlinkungen integriert.

Im Onlineshop wird die Suchfunktion grundlegend verbessert. Suchbegriffe werden in den Ergebnissen visuell hervorgehoben (Highlights) und es gibt ab sofort eine native Fuzzy-Suche. Tippfehler der Kunden führen somit nicht mehr zu leeren Seiten, sondern spucken trotzdem die passenden Artikel aus. Bei größeren Webseiten mit zehntausenden Artikeln mussten Partner in der Vergangenheit oft externe Such-Engines anbinden – dank der neuen integrierten Logik wird der Standard hier für viele Betriebe absolut ausreichend. Zudem lassen sich Ankerpunkte nun an noch mehr einzelnen Elementen setzen, um Besucher per Klick exakt an die richtige Stelle einer Landingpage springen zu lassen.

CRM Multi-Pipelines, Social-Marketing und technischer Ausblick

Für größere Vertriebsteams bringt das CRM das wichtige Feature der nativen Multi-Pipelines mit. Damit lassen sich völlig unterschiedliche Vertriebswege sauber trennen. Ein Team, das schnelle Abschlüsse erzielt, arbeitet in einer eigenen Pipeline als das Team, welches mehrjährige Großprojekte im Bauwesen betreut. Kombiniert wird das Ganze mit einer intelligenten, automatischen Lead-Zuordnung.

Im Social-Marketing lässt sich beim Vorplanen von Beiträgen (z. B. für YouTube oder LinkedIn) nun direkt der erste Kommentar mitsenden (Schedule First Comments). Das ist ideal, um weiterführende Links zeitversetzt oder direkt mit dem Post zu veröffentlichen, ohne manuell nacharbeiten zu müssen. Auch das E-Mail-Marketing profitiert von neuen Gestaltungsblöcken und verbesserten Templates, die so optimiert wurden, dass sie auch in restriktiven E-Mail-Clients sauber dargestellt werden.

Aus technischer Sicht wird die JavaScript-Bibliothek Owl auf Version 3 angehoben.

Ist das Update auf die Version 20 sicher?

Ein großer Vorteil für Nutzer in der Cloud (Odoo Online) ist die Veröffentlichungsstrategie. Da neue Features kontinuierlich in kleineren Zwischenschritten (Punktreleases wie 19.1 oder 19.2) ausgerollt und getestet werden, fungieren Anwender beim großen Hauptrelease im Herbst nicht als Beta-Tester. Das System ist von Haus aus extrem stabil. Ein Upgrade-Zyklus von allen zwei Jahren ist absolut empfehlenswert, um technologisch vorne zu bleiben.

Im Video Schritt für Schritt erklärt

Wie schon bei den ersten drei Teilen haben wir natürlich auch diesen letzten Part der Roadmap in einem Video für dich festgehalten. Schau am besten direkt rein – dort zeigen wir dir auch die originalen Slides, über die wir hier sprechen, sodass du alle visuellen Highlights direkt im Blick hast.



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