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Abonnements in Odoo 19 flexibel steuern

Odoo 19 bringt bei Abonnements eine richtig wichtige Verbesserung: Wiederkehrende Preise sind jetzt voll in die Preislistenlogik integriert. Das macht Abo Modelle flexibler, sauberer planbar und deutlich leichter zu automatisieren.
2. März 2026 durch
Abonnements in Odoo 19 flexibel steuern
rivecon GmbH, Nadja David

Ein Abonnement startet in Odoo immer beim Produkt. Sobald du ein Produkt als Abonnement markierst, bekommst du den Bereich für wiederkehrende Preise.

Dort verknüpfst du das Produkt mit wiederkehrenden Plänen, zum Beispiel monatlich oder jährlich. Wichtig dabei: 

Der wiederkehrende Plan ist nur der Abrechnungszeitraum. Er ist nicht die Vertragslaufzeit. Ohne Kündigung oder Enddatum läuft ein Abonnement unbegrenzt weiter.

Typisch für Abos ist außerdem: Die Rechnung wird zum Start der nächsten Laufzeit erstellt, also nicht im Nachgang, sondern im Voraus für den neuen Zeitraum. Du kannst beliebig viele wiederkehrende Pläne anlegen. Das ist praktisch, wenn du unterschiedliche Varianten brauchst, etwa B2B und B2C mit abweichenden Regeln.


Automatische Schließung bewusst einstellen

Odoo geht beim Abomodul grundsätzlich von einem automatisierten Ablauf aus. Wenn eine Abo Rechnung innerhalb einer Frist nicht als bezahlt verbucht wird, wird das Abonnement automatisch geschlossen.

Im B2C Bereich mit Kreditkartenabbuchung ist das oft sinnvoll, weil du nicht bei jedem fehlgeschlagenen Kleinstbetrag hinterherlaufen willst.

Im B2B Bereich ist das dagegen schnell gefährlich, wenn viele Kundinnen und Kunden per Überweisung zahlen. Dann ist die Standardfrist oft zu kurz. Ein geschlossenes Abonnement wieder korrekt zu öffnen und sauber zuzuordnen, kostet Zeit und sorgt für Chaos.

Mein klarer Rat: Im B2B die Frist deutlich höher setzen, damit laufende Abos nicht unnötig rausfliegen.

Verkaufsapp und Abomodul gehören zusammen

Viele denken, Abos sind eine eigene Welt. In der Praxis hängen sie eng am Verkauf. Die Abo Funktionen sind ein Teil der Verkaufslogik, und Abonnements tauchen entsprechend auch in der Verkaufsapp auf.

Wichtig für die Angebotslogik: Der wiederkehrende Plan wird global pro Verkaufsauftrag gesetzt. Das heißt, du kannst in einem Angebot keine Abo Produkte mischen, die unterschiedlich abgerechnet werden, etwa monatlich und jährlich zusammen. Wenn du beides brauchst, musst du mehrere Angebote erstellen.

Preislisten in Odoo 19 für wiederkehrende Preise voll ausgebaut

Das ist die zentrale Neuerung: Wiederkehrende Preise lassen sich jetzt genauso über Preislisten steuern wie klassische Verkaufspreise.

Du kannst damit zum Beispiel:

  • feste Abo Preise pflegen

  • Rabatte hinterlegen

  • auf Basis anderer Preislisten rechnen

  • Formeln nutzen, inklusive Auf und Abrundung

  • Zuschläge und Abschläge abbilden

  • Start und Enddaten setzen

Der Gamechanger sind die Gültigkeitszeiträume. Damit kannst du Sonderaktionen für Abos sauber begrenzen oder eine geplante Preiserhöhung zu einem Stichtag vorbereiten. Genau diese Art Kontrolle hat bei Abo Preisen lange gefehlt.

Und du bist nicht auf Produktebene festgenagelt. Je nach Bedarf kannst du auch ganze Produktkategorien über Preislisten regeln.

Abos im Webshop verkaufen

Abo Produkte funktionieren auch im Website Shop. Kundinnen und Kunden können den Abrechnungszeitraum auswählen, in den Warenkorb legen und direkt kaufen.

Abonnements eignen sich dabei sowohl für physische Güter als auch für Dienstleistungen.

Wenn du Software oder digitale Leistungen verkaufst, ist die Einordnung als Dienstleistung oft der bessere Weg. So vermeidest du typische Themen rund um Versand, Gewicht und Lagerlogik. Abgerechnet werden kann dann je nach Setup nach bestellten Mengen oder, mit aktivem Projektmodul, auch nach erfassten Zeiten.

Automatische Rechnungserstellung steuern

Standardmäßig werden wiederkehrende Rechnungen automatisch generiert. In Odoo 19 lässt sich die geplante Aktion für wiederkehrende Rechnungen explizit deaktivieren.

Das ist praktisch, wenn du bewusst mehr manuelle Kontrolle willst. Du solltest nur im Blick behalten: Diese Deaktivierung wirkt global für alle Abos. Wenn du gemischte Szenarien brauchst, also teils automatisiert und teils manuell, brauchst du dafür eine zusätzliche Lösung.

B2B Verlängerungen sauber teilautomatisieren

Gerade im B2B willst du oft nicht, dass Abos einfach blind durchlaufen. Preise ändern sich, Bedingungen ändern sich, viele Kundinnen und Kunden erwarten eine aktive Verlängerung oder zumindest eine Vorabinfo.

Das lässt sich gut über Automatisierungsregeln lösen, die sich am Feld Nächste Rechnung im Verkaufsauftrag orientieren.

Ein typischer Ablauf:

  • mehrere Wochen vor dem nächsten Rechnungsdatum bekommt der Vertrieb intern eine Aktivität zur Prüfung

  • anschließend wird ein Verlängerungsangebot vorbereitet, falls nötig

  • zusätzlich geht eine E Mail an die Kundin oder den Kunden raus, dass sich das Abo demnächst verlängert

  • bei Bedarf baust du mehrere Erinnerungsstufen ein, zum Beispiel vier Wochen und eine Woche vorher

So bleibt der Prozess sauber, planbar und trotzdem kontrollierbar.

Im Video Schritt für Schritt erklärt

Damit du dir das Ganze auch live ansehen kannst, haben wir den Prozess in einem Video festgehalten. Darin zeigen wir dir unter anderem, wie du ein Abonnement Produkt anlegst, wiederkehrende Pläne und Preise richtig kombinierst, Preislisten für Abo Preise mit Start und Enddaten einsetzt und wie du Verlängerungen im B2B über Automatisierungen sauber vorbereitest.



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